Ein Betriebssystem für HTC – ein Problem für Google?

HTC und Google sind seit Beginn der Ära Android Partner. Gegenseitig verhalfen sich beide Unternehmen an die Spitze des Smartphonemarktes. Android dominiert den Softwaremarkt und HTC gehört zu den fünf größten Herstellern. In einem Punkt hängt das taiwanesiche Unternehmen den anderen Herstellern allerdings hinterher. Die Rede ist von einem eigenen Betriebssystem. Nokia, Samsung, Apple und RIM haben eins, HTC möchte jetzt auch eins.

Daher wundert es keinen, dass in den letzten Tagen immer wieder Gerüchte über einen Kauf des Betriebssystems webOS von HP aufkamen. Zumindest scheint es sich dieses mal nicht nur um reine Spekulation zu handeln. „Wir haben darüber nachgedacht und intern darüber diskutiert, allerdings werden wir es nicht impulsartig tun“, erklärte Cher Wang, Aufsichtsratsvorsitzender von HTC. Wer schon einmal ein Gerät mit webOS in den Händen hatte, wird wahrscheinlich auch der Meinung sein, dass das Betriebssystem durchaus seinen Charm hat. Schwer vorstellbar, dass ein solches einfach eingestampft wird. Bei HP hat das im April 2010 von Palm übernommene webOS aber wohl keine Zukunft mehr.

Neben HTC wurde auch Samsung diese Woche mit dem Kauf von webOS in Verbindung gebracht. Das Unternehmen gab unmittelbar nach dem Aufkommen der Gerüchte zu verstehen, man hätte kein Interesse an webOS und würde sich auf das hauseigene Betriebssystem Bada konzentrieren. Damit scheint der Weg frei für HTC. Intern ist man sich bei HTC bereits einig, dass man kein neues Betriebssystem von Null aus aufbauen wird.

Für die taiwanesen würde der Kauf eines eigenen Betriebssystemes durchaus Sinn machen. Auch wenn das Unternehmen mit seiner jetztigen Strategie auf die Betriebssysteme Windwos Phone und Anroid zu setzten sehr gut läuft, hat sich die Situation durch den Verkauf von Motorola Mobility an Google entscheident verändert. Mit Motorola in der Hinterhand hat Google die Möglichkeit mehr Druck auf andere Hersteller aufzubauen. Frei nach dem Motto: Wenn ihr nicht so wollt wie wir haben wir ja mit Motorola selber einen Hersteller. Scheinbar haben auch andere Google-Partner ähnliche Bedenken. Wie bereits erwähnt gab Samsung bei den Gerüchten um einen Kauf von webOS bekannt, dass man an Bada festhalten werde. Teilweise hat das Betriebssystem in asiatischen Ländern wie Indonesien noch einen größeren Anteil als Android.

Für Google wäre der Kauf von webOS durch HTC bestimmt keine schöne Nachricht. Immerhin waren es unter anderem die Smartphones von HTC, die Googles Android so weit nach vorne gebracht haben. Auch wenn HP es nicht geschafft hat könnte es webOS durchaus schaffen mit dem richtigen Hersteller an der Hand an den Marktanteilen von Android kratzen.

Ob es wirklich soweit kommt sei dahingestellt. Schlecht wäre es bestimmt nicht, denn Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Android-Smartphones werden wohl auch in näherer Zukunft den Markt beherrschen, Nischenprodukte sind allerdings auch manchmal ganz reizvoll.

Ist webOS für euch eine Alternative zu Android?

Über Ulrich Esch: Betreiber von techmedialife.de. Student im Bereich Technikjournalismus/PR mit Interesse an mobiler Technik, Social Media und PR. Auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden. Kontakt: kontakt@techmedialife.de

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